KIESELALGEN, Kunst in einer Dose von Natur

Minuscuul kleine kunstwerken uitvergroot
29 Jun
-
1 Dez
  • Sa 29 Jun - So 1 Dez
    Schloß von Bouchout

Kieselalgen sind mikroskopisch kleine einzellige Algen. Sie schützen ihren zerbrechlichen Zellinhalt mit einer aus Siliziumdioxid gebildeten Schale. Diese besteht aus zwei Teile, die wie eine Brotdose perfekt zusammenpassen. Die meisten Kieselalgen sind nicht größer als ein Zehntel oder sogar ein Hundertstel Millimeter, aber alle diese Algen zusammen bilden das sehr wichtige erste Glied der Nahrungskette. Kieselalgen in Flüssen und Ozeanen setzen durch ihre Photosynthese die Hälfte bis zwei Drittel des atmosphärischen CO2 frei und produzieren auf diese Weise auch etwa 20% des gesamten Sauerstoffs weltweit.

 


Jede Art hat ein einzigartiges Muster auf der Schale, das die Identifizierung der Art erleichtert. Dieses Muster, das aus einer schönen Kombination von Linien und Punkten besteht, verleiht diesen Diatomen den Reiz von echten, winzigen, kleinen Kunstwerken. Die Ausstellung "Diatomeen, Kunst in einer Dose von Natur" basiert auf diesen Schalen und ihrer Gestaltung. Mit unterschiedlichen Materialien und Techniken - Keramik, Aquarellkunst, Fotografie und Druck - bilden Form und Struktur der Kieselalgen die zentrale Inspiration für die Künstler.

 


Prof. Dr. Bart Van de Vijver, Forscher am Botanischen Garten Meise und an der Universität Antwerpen, ist der Kurator dieser Ausstellung. Er brachte 4 Künstler und 2 Fotografen zusammen, um die Idee, Kieselalgen in Kunstobjekt zu verwandeln, zu verwirklichen. In der Ausstellung können Sie auch einige schöne, von ihm mit dem Rasterelektronenmikroskop genommene Fotos sehen.

 


Maarten Vanden Eynde ist ein flämischer Künstler, der in Brüssel und Saint-Mihiel (Frankreich) lebt und arbeitet. Seine 5-Meter-Arbeit “The Power of None“ zeigt auf vielfältige Weise die zeitgemäße Wirkung von Silizium auf den Alltag. Fotos von Kieselalgen wurden von einem historischen Objektträger aufgenommen und mit speziellen Drucktechniken auf große Siliziumscheiben übertragen, die als Sonnenkollektoren um ein zentrales Siliziumhirn angeordnet sind.

 


Die niederländische Künstlerin Riet Bakker stellt organische abstrakte Keramik aus Steingut mit einem schlanken Design und viel Liebe zum Detail her. Ihre Arbeit ist inspiriert vom architektonischen Aspekt von Formen aus der Natur und der Dynamik von Wachstum und Bewegung von (Mikro-) Organismen. Für die Ausstellung fertigte sie eine Reihe von Diatomeenkeramiken an, die auf Fotografien von Bart Van de Vijver und anderen Wissenschaftlern basierten.

 


Auch die junge französische Künstlerin Marine Coutelas versucht, die Natur in Keramik zu formen. Ihr besonderes Interesse gilt der Form und Anatomie von Pflanzen, die sie in großen, oft komplexen Kompositionen aus Pflanzenblättern und -schalen aus Gips und Keramik zeigt.

 


Prof. Dr. Martyn Kelly ist ein englischer Wissenschaftler, der versucht, Kieselalgengemeinschaften in Aquarellen darzustellen. Seine Arbeiten entführen uns in die abwechslungsreiche Unterwasserwelt von Flüssen und Seen, die oft viel vielfältiger und reicher sind, als man denkt.

 


Schließlich lieferte Jef Schoors von der Königliche Antwerpener Gesellschaft für Mikrografie fünf lichtmikroskopische Aufnahmen von Kieselalgen, die aus sogenannten historischen Salonpräparaten stammen, die Teil der berühmten Van Heurck-Sammlung sind, die im Botanischen Garten in Meise aufbewahrt wird.
       

 

Für weitere Informationen: Bart Van de Vijver (Plantentuin Meise, 0032 2 260 09 41, bart.vandevijver@plantentuinmeise.be)

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